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Hummer/ Lobster
Die rauen Atlantikküsten Nova Scotias sind von jeher die besten
Fanggründe für Hummer (Lobster). Überall an der Küste sieht man, wie hier in Indian Harbour, die Körbe aufgestapelt, wobei die alten Holzkörbe zunehmend von moderneren aus Draht verdrängt werden.
Die Regierung hat zum Schutz der Bestände viele Maßnahmen ergriffen. So gibt es feste Fang- und Schonzeiten und die Gesamtzahl der Hummerkörbe ist limitiert. Die Einhaltung der Bestimmungen wird
recht streng kontrolliert. In der Saison werden Lobster überall fangfrisch angeboten und in vielen Lokalen kann man sich seinen Lobster aus einem vollen Bassin aussuchen. Außerhalb der Saison
werden Lobster ebenfalls aus dem Bassin im Supermarkt (Sobeys) verkauft. Die Preise sind natürlich in Bewegung, aber, abgesehen von der Qualität, viel billigerer als in Deutschland. Dabei ist die Größe keinesfalls ein Qualitätskriterium, bevorzugt werden die Tiere mit 1 1/4 Pound, die als
Markets bezeichnet werden. Sie haben das saftigste Fleisch und gegenüber den kleineren das bessere Schale/Fleisch Verhältnis. Die ganz großen Lobster werden mit Vorliebe zu teuren Preisen nach den
USA verkauft. Dort werben die Restaurants mit der besonderen Größe ihrer Lobster: größer ist besser (big is beautiful).
Aufgrund einer Bekanntschaft meines Freundes John konnte ich
einmal mit einem Hummerkutter hinausfahren und das Leeren der Körbe miterleben. Lobster werden übrigens mit Fischresten geködert. Dabei habe ich gelernt, dass die Scheren der
Lobster nicht nur, wie deutlich erkennbar, unterschiedlich groß sind, sondern dass die kleinere Schere fast kraftlos ist. Man kann ohne verletzt zu werden
den Finger dazwischen halten, mehr als ein Kneifen ist nicht zu spüren. Bei der größeren Schere sollte man das tunlichst vermeiden, der Finger wäre ab.
Befinden sich in einem Korb zwei Lobster, so kann es sein, dass sich diese sich schon stark gegenseitig verletzt haben.
Mit einem geübten Griff hinter den Scheren werden die Tiere aus der Falle genommen, gemessen (was kleiner ist als das zulässige Mindestmaß wird
zurückgeworfen) und in eine Plastikwanne gelegt. Damit die Tiere sich nicht gegenseitig verletzen, werden vorher die Scheren mit einem Gummiband verschlossen. Die Lobster können problemlos außerhalb des Wassers
überleben.
Für ein reichhaltiges Lobster-Dinner benötigt man nicht viel: Je nach Hunger pro Person 1-2 Lobster, Salz, Wasser und ein
Feuer. Als Beilagen empfehlen sich baked Potatoes vom Grill und g eschmolzene Butter sowie Salat.
Da zum Kochen der Lobster ein großer Topf mit heißem Wasser benötigt wird (den Topf leihe ich mir immer bei John aus), empfiehlt sich zum Erhitzen ein kleines Feuer. Eine mit großen
Steinen umrandete Feuerstelle befindet sich neben dem Cottage. Dass zwei Eimer mit Löschwasser bereit stehen, ist selbstverständlich.
Wenn das Salzwasser kocht, werden die Lobster, die ja noch ihre blaue Naturfarbe haben, kopfüber hineingeworfen. Um den Tod so schnell wie irgend möglich herbeizuführen ist
es unbedingt erforderlich, dass das Wasser richtig sprudelt. Sofort ändert sich die Farbe in das kräftige rotorange, das wir aus den Zeitschriften und
Kochbüchern kennen. Die Lobster sind fertig gekocht, wenn sich die Fühler ohne Kraftaufwand herausziehen lassen.
Zu einem echten Lobster-Dinner gehört es, dass der Lobster mit der Hand gegessen wird. Den Panzer kann man leicht mit den
Händen zusammendrücken und aufreißen, für die Scheren benötigt man ein Hilfsmittel. Sehr lecker ist das Fleisch in den Beinen,
das man durch Auslutschen zwischen den Zähnen hindurch gewinnt. Im Prinzip kann man alles bis auf die Innereien essen.
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